Bessere Bilder durch mehr Megapixel, oder – warum es nicht auf die Anzahl ankommt

ratgeber-megapixel

Oh, eine neue Kamera… wie viele Megapixel hat die? Sie möchten eine Kamera kaufen? Diese hier besitzt einen Sensor mit 36 Megapixel. In der Werbung im Briefkasten wird eine Einsteigerkamera mit XX Megapixel empfohlen… und der Wahn geht weiter.

Doch braucht es wirklich so viele Megapixel und ist das entscheidend für die Qualität eines Fotos? Kurzum, nein. Damit dürfte alles leicht erklärt sein… aber ich will euch noch etwas mehr darüber erzählen, weil egal wie oft es gesagt wird… letztendlich kommt es doch auf die Anzahl an.

Vorweg etwas bezüglich „es kommt nicht auf die Technik an“. Dem stimme ich zu, muss aber immer wieder auch sagen… – so zumindest meine Meinung: Doch, es kommt sehr wohl auf die Technik an. Denn sie vereinfacht einem so einiges. Die Frage ist nur, welche Art der Technik wird gebraucht.

Bedenkt man das ein normaler Bildschirm eine Auflösung von 1920×1080 hat, sind das gerade einmal etwas über 2 Megapixel. Und das Bild sieht trotzdem scharf und toll aus. Erst beim anzoomen oder einer höheren Auflösung, wie 4K, sieht das Bild in solch einer Auflösung unscharf aus. Das gleiche auch beim Ausdruck.

Im Druck heißt es immer gerne, dass eine DPI-Zahl von 300 verwendet werden sollte. 300 DPI bedeutet also 300 Dots per Inch, also wie viele Pixel sich auf einer Strecke von einem Zoll (25,4mm) befinden. Ein übliches Foto misst 15 cm Breite und 10 cm Höhe. Wir müssen das nun aber einzeln ausrechnen und nicht erst die Größe der Fläche vom Foto. Wir nehmen uns also zuerst eine Strecke vor – die Breite. 15 cm Breite teilen wir durch 2,54 damit wir die Anzahl der Inch haben. Und da sich 300 DPI auf einem Inch befinden, multiplizieren wir die ausgerechneten Inch mit 300 DPI und erhalten bei der Breite ein Ergebnis von gerundet 1772 Pixel. Bei der Höhe erhalten wir 1181 Pixel. Daraus berechnen wir jetzt die Fläche… das ergibt 2092732 Pixel. 2 Millionen… also 2 Megapixel würden somit völlig ausreichen um auf einem 15×10 cm großen Foto ein knackscharfes Foto abzubilden.

Wird es ein DinA4 Foto könnte man die 300 DPI ein wenig senken und würde trotzdem noch einen scharfen Ausdruck erhalten. Aber welche Kamera besitzt in der heutigen Zeit ganze 2 Megapixel. Ihr könnt euch also denken, dass 8 Megapixel für DinA4-Fotos völlig ausreichen würden… und eine 16 oder 36 Megapixel-Kamera mehr als ausreicht – zumindest für die meisten Anwendungen.

Wohingegen die Anzahl der Megapixel gut ist, wäre die Bildbearbeitung. Je mehr Pixel, umso mehr Darstellung bzw. mehr Bildinformationen. Wenn ihr aus einem 16 Megapixel-Foto einen Ausschnitt wählt und den gleichen bei 8 MP, ergibt das durchaus einen Unterschied. Immerhin schneidet ihr einen Großteil der Pixel einfach weg. Etwa wenn ein Baum im Weg ist oder eine Person durch das Bild läuft. Hier können sich mehr MP bezahlt machen.

Aber mehr MP (Megapixel) bedeuten auch direkt höhere Speichermengen. Geht ihr täglich mit 30 Fotos nach Hause und jedes Foto ist etwa 20 MB groß, kann das mit der Zeit recht viel werden. Wobei die Speichergröße inzwischen auch nur noch nervig ist, wenn es darum geht ein Foto zu versenden. Denn für einige eMail-Anbieter kann ein 20MB-Foto schon zu groß sein. Festplatten hingegen… gibt es inzwischen für sehr wenig Geld. Speichermangel herrscht kaum noch, aber die Fotos zu sichern oder per Internet zu versenden – das kann je nach Leitung einiges dauern.

Angehende Fotografen müssen daher nicht gleich zum dicksten Kaliber greifen den es auf den Markt gibt. Viel eher sind es andere Features die sich bezahlt machen… ein schneller Autofokus, ein prima Objektiv, Rauschverhalten bei hoher ISO… was der Fotograf eben benötigt. Um das aber herauszufinden, muss man erst einmal anfangen zu fotografieren. Sollte aber ein Verkäufer mit solchen 0815 Verkaufssprüchen kommen… geht dankend raus und in ein anderes Geschäft.

Schreibe einen Kommentar