Die Kamera als Lifestyle-Produkt des Fotografen

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Die Kamera als Lifestyle-Produkt. Nicht nur auf die Technik kommt es an, auch auf das Aussehen und Handhabung der Kamera. Lieber mehr den Kunden als Fotograf einbeziehen und natürlich gute Produkte liefern, statt kürzere Zeitspannen zwischen den Kameras.

2014 ist wieder das Jahr der Photokina und zahlreiche Firmen trafen sich in Köln um ihre neusten Produkte vorzustellen. Die neusten Kameras, die schönste Druckqualität, die längsten Objektive und haufenweise weiterer Kram. Mehr als sich überhaupt an einem Tag ansehen lässt.

Und bei der Technik ist es doch wie beinah überall… wird es vorgestellt, ist es bereits wieder veraltet. Lässt man sich noch in einem Fachgeschäft beraten und geht voller Zufriedenheit mit einer neuen Kamera nach Hause, erfährt man kurze Zeit später dass es sich entweder bereits um ein altes Modell handelt, oder schon das nächste angekündigt ist. Sei es das die nachfolgende Kamera über ein Klappdisplay verfügt, Wi-Fi, GPS oder diverse andere Änderungen die erneut den Käufer zur Überlegung bringen soll.

Ob sich das für die Hersteller lohnt und diese Strategie sinnvoll ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass die Verkaufszahlen sinken… denn das wurde bereits überall breitgetreten. Spiegelreflexkameras werden derzeit verstärkt von Systemkameras abgelöst. Und die kleinen kompakten wiederum von den Smartphones. Da bringt auch die Kombination zwischen Smartphone und Kamera wenig, denn entweder macht man gescheite Fotos oder man telefoniert. Das Gefühl eine Kamera in den Händen zu halten lässt sich eben nicht durch ein Smartphone ersetzen.

Bei einem Kamerahersteller sehen die Zahlen ein wenig anders aus. Leica hat nach eigener Aussage ein Plus von 5% erzielen können… und das obwohl die Preise recht gehoben sind. Warum wieso weshalb will ich hier nicht zur Diskussion stellen, denn dazu müssen sich Analysten befassen und ich kann nicht mit Gewissheit hierauf eine Antwort geben. Was ich allerdings vermute ist, dass Leica einfach eine gewisse Stelle im Kameramarkt hat und für Qualität steht. Ich will daher mal ganz leise Leica mit Apple vergleichen, wo ich mich auch immer wieder frage wieso Personen ein Smartphone für 800 oder gar 1.000 Euro kaufen und dafür sogar noch anstehen. So genau erklären kann ich das überhaupt nicht, aber es ist wie eine schicke Uhr oder eine feine Ledertasche in der sich die Kamera befindet… in meinen Augen sind es Lifestyle-Produkte und ja, selbstverständlich auch Kameras zum fotografieren.

Inzwischen haben viele andere Hersteller ein gewisses klassisches Retro-Design eingeschlagen. Neue Technik verbaut in ein 70iger Jahre Gehäuse. Und das kommt bei vielen gut an. Doch warum habe ich das Gefühl dass manche Hersteller die Kameras förmlich auf den Markt werfen? Hier und dort eine kleinere Änderung, neue Bezeichnung und fertig.

Natürlich ist für viele die Kamera auch ein Handwerksprodukt… wie die Kreissäge eines Schreiners. Sie muss funktionieren, taugen und was aushalten. Und hier hat der Kunde ohnehin die Wahl der Qual zwischen vielerlei Kameras, egal ob DSLR, System oder kompakt. Auf eine Kamera sollte verlass sein und sie muss etwas aushalten. Doch ich habe mich allmählich an dem typischen DSLR-Look sattgesehen und marschiere gerne ab und an mit einer Kamera umher, die vielleicht nicht die allerbeste Technik besitzt, mir aber einfach besser gefällt und vielleicht auch etwas kleiner und handlicher ist.

Wie steht ihr zum Begriff „Lifestyle-Produkt“? Ist es euch egal wie eure Kamera oder Kameratasche ausschaut oder legt ihr Wert darauf? Ein Portraitfotograf hat sicher andere Ansichten wie ein Naturfotograf – aber egal, denn viele besitzen ohnehin mehrere Kameras.

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