Unterschiede zwischen Spiegelreflex und Vollformat-Kamera leicht erklärt

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Worin liegen die Unterschiede einer Digitalkamera und einer Profi-Vollformat-DSLR (Spiegelreflexkamera) und für wen eignet sich welche der beiden Kameras? Es muss nicht teuer sein um gute Fotos zu kreieren.

Es gibt prima Einsteiger-Kits, bestehend aus einer Spiegelreflexkamera (DSLR) und einem Kit-Objektiv, welches meist eine Brennweite von 18-55 mm oder 18-105 mm abdeckt. Diese sind recht preiswert, werden oft auch als Angebote verkauft (zusätzliche Preissenkung) und genügen völlig um mit der Fotografie zu beginnen.

Warum also eine Kamera für 3.000 Euro kaufen, wenn es auch eine für 600 Euro tut. Qualität hat eben ihren Preis und diese zeichnet sich nicht selten auch bei der Technik aus. Und die wichtigste Technik in einer Kamera ist nicht etwa das WLAN-Modul oder GPS (welches nicht selten sogar eher die günstigere Kamera besitzt und nicht etwa die teure) – sondern der Sensor.

Alle Megapixel müssen auf dem Sensor Platz finden. Ein APS-C-Sensor, verbaut in einer 600 Euro DSLR-Kamera, ist kleiner als ein Vollformat-Sensor, verbaut in der Profi-Kamera. Das wirkt sich wiederum sehr auf das Rauschverhalten aus… beispielsweise bei hoher ISO-Zahl.

Fotografiert ihr mit beiden Kameras inkl. identischem Objektiv ein Motiv bei idealen Lichtverhältnissen, werdet ihr auf den ersten Blick kaum einen Unterschied feststellen. Auch eine Profi-Kamera packt es ein unscharfes Foto aufzunehmen, wenn sich der Fotograf nicht gut anstellt. Herrschen aber andere Lichtverhältnisse, kann sich das Blatt rasch wenden. Sobald die ISO raufgedreht werden muss, damit eure Belichtungszeit + Blende gleich bleiben, werdet ihr schnell ein Rauschen feststellen. Hier hat ein Vollformat-Sensor die Nase vorne.

Ein weiterer großer Vorteil eines Vollformat-Sensors bei einer Profi-DSLR ist die Schärfentiefe. Diese ist geringer, was den Portrait-Fotografen bzw. People-Fotografen freut. Die genauen Details der Technik lasse ich an dieser Stelle weg. Kurzum – fotografiert ihr jemanden mit Blende 5.6 könnt ihr bereits einen (gewünschten) unscharfen Hintergrund erzeugen, während er bei gleicher Blende mit einer APS-C-Kamera deutlich schärfer ist. Um den gleichen Effekt zu erziehen und die Person vom Hintergrund deutlicher zu trennen, braucht es hier etwa eine Blende von 4. Weshalb ich an dieser Stelle die günstigen 35 mm und 50 mm Objektive mit Blende f/1.8 empfehlen kann. Ein Kit-Objektiv fängt bei Blende 3.5 an, doch zoomt man allein auf eine Brennweite von 35 oder 55, muss zwangsweise eine Blende von 5.6 verwendet werden. Licht ist das A und O in der Fotografie… es geht nichts drüber.

Lieber ein gutes Objektiv welches mehr Licht hinein lässt! Wer sein Geld für eine teure Kamera investiert, sollte nicht am Objektiv sparen. Lieber an der Kamera sparen und dafür ein gutes Objektiv kaufen. Selbst Objektive die bereits einige Jahre hinter sich haben, sind heute noch prima. Bei Kameras das gleiche Spiel. Viele fotografieren noch mit sehr alten Kameras, die bei weitem keine 40, 36 oder 24 Megapixel auf die Reihe bekommen. Vielleicht sogar nur 8 oder 12! Und dennoch sehen die Fotos sensationell aus. Wer ein Foto mit 36 MP aufnimmt, dann aber 60% abschneidet weil störende Elemente vorhanden sind, verliert auch 60% der Pixel. Und wer sein Foto nicht auf einer großen Leinwand drucken will, kann auch darauf gut verzichten.

Crop-Faktor. Diesen besitzt die Vollformat nicht. 35 mm sind 35 mm, wohingegen 35 mm bei einer APS-C-Kamera rund 56 sein können. Infos hierrüber könnt ihr in diesem Artikel nachlesen: Was ist ein Crop-Faktor und ist ein Objektiv an einer Crop-Kamera besser?

Aber ja, eine teure Vollformat-Kamera inklusive gutem Objektiv hat die Nase in der Qualität vorne. Auch in er Größe und Gewicht, weshalb sich viele Fotografen inzwischen für die kleinen Systemkameras entscheiden. Nicht selten besitzen diese auch zwei SD-Kartenslots. Auf der einen SD-Karte werden die Fotos gespeichert und automatisch auf der zweiten ein Backup erstellt. Sollte eine Karte defekt sein, gibt es immerhin eine Sicherung. WLAN, GPS… alles SchnickSchnack der fein ist, aber nicht ausschlaggebend. Jedes Smartphone besitzt GPS… es lässt sich also auch mit einem 50 Euro teuren Smartphone alles tracken wenn ihr unterwegs seit.

Siehe Artikel: Was ist eine Systemkamera leicht erklärt und der Unterschied zur Spiegelreflex

Früher waren es enorme Sprünge, doch inzwischen zählt (fast) nur noch das eine… das Rauschverhalten. Nicht immer herrscht ideales Wetter und sobald es trüb/dunkel wird, muss die ISO zwangsläufig raufgedreht werden. Auch in Innenräume natürlich wichtig.

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