Was ist der Crop-Faktor und ist ein Objektiv an einer Crop-Kamera besser?

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Digitalkameras haben unterschiedlich große Sensoren. Der „Cropfaktor“ ist eine Zahl, die diese Größen in ein Verhältnis setzen. Da das Kleinbildformat 36 x 24 mm weltweit die größte Verbreitung gefunden hat (insbesondere bei Spiegelreflexkameras) nimmt man dieses vertraute Format, um die Größe anderer Sensoren zu kennzeichnen.


Beispiel: Das DX-Sensorformat bei Nikon hat die Maße ca. 24 x 16 mm (exakt 23,7 x 15,6 mm). Wenn man jetzt das Verhältnis der langen Seite des Kleibildformats (36 mm) zur langen Seite des DX-Formats bildet, bekommt man das Seitenverhältnis 36 zu 24 mm, als Bruch geschrieben 36/24, ergibt die Zahl 1,5. Das DX-Format hat demnach den Cropfaktor 1,5.

Was passiert nun, wenn man ein FX-Objektiv, das für das Kleinbildformat gerechnet ist, an eine DX-Kamera wie z.B. die Nikon D5300 ansetzt. Die Brennweite eines Objektivs ist eine optische Größe, die sich natürlich nicht ändert, wenn man es an einer anderen Kamera ansetzt. Wer schon mal mit einem Vergrößerungsglas bei Sonnenschein ein Loch in Zeitungspapier gebrannt hat, weiß das. Der Abstand, bei dem das Papier anfängt zu kokeln, hat nichts mit der Größe der Zeitung zu tun. Es ändert sich lediglich der Bildausschnitt. Da „to crop“ das englische Wort für Ausschneiden ist, hat man das Größenverhältnis bei Sensoren mit Cropfaktor bezeichnet.

Wie wirkt sich nun die Brennweite auf ein Bild aus? Mit der Brennweite ändert sich der „Sehwinkel“ des Objektivs. jetzt wird auch verständlich, warum manche Objektive Weitwinkelobjektive heißen. Der Bildwinkel ist hier vergleichsweise groß. Teleobjektive haben einen engen Bildwinkel. Jetzt wird auch klar, welche Auswirkung der Cropfaktor hat. ein kleinerer Ausschnitt bedingt einen engeren Bildwinkel, d.h. ein Objektiv, das beim Kleinbildformat als „Normalobjektiv“ durchgeht (50 mm), wird zu einem leichten Teleobjektiv.

Da die Generation, die mit Kleinbildkameras das Fotografieren gelernt hat, noch nicht ausgestorben ist, haben die Marketingexperten der Hersteller als Denkhilfe die sog. kleinbildäquivalente Brennweite erfunden. Die bekommt man, wenn man die physikalische Brennweite des Objektivs mit dem Cropfaktor multipliziert. Das wichtige Wort „kleinbildäquivalent“ wird bedauerlicherweise oft unterschlagen (das Tippen dauert zu lange und Zeit ist Geld). Zum besseren Verstehen trägt das aber nicht bei.

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