Was ist Streetfotografie und wie werde ich ein Streetfotograf einfach erklärt

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Bei der Streetfotografie geht es in erster Linie darum, rauszukommen und Momente festzuhalten. In der Regel sind es spontane Aufnahmen, ohne vorherige Absprache. Die Kamera gepackt, egal ob groß oder klein und zur Not geht sogar ein Smartphone und ab geht es raus auf die Straße.

Okay, bevorzugt wäre doch eine kleinere Kompaktkamera, als etwa eine große Spiegelreflex mit 300 mm Zoom-Objektiv oder ein Smartphone. Man wirkt nicht so aufdringlich mit einer kleineren Kamera und es gelingen eher gute Fotos, als mit einem Smartphone. Aber prinzipiell… sobald ein Motiv erkannt wird – und dabei trennt sich die Spreu vom Weizen, muss man rasch reagieren und es festhalten. Dabei ist jedes Mittel recht.

Ein Motiv erkennen… gar nicht so einfach. Wie oft ärgere ich mich kein gutes Motiv gefunden zu haben. Auf einer großen Menschenansammlung, etwa einem Rummel oder Markttag zu erwarten, hier ein spektakuläres Foto zu ergattern, klappt dann doch eher selten. Lieber abseits des Ansammlung zu gehen… allein schon, weil weniger oft mehr ist. Es bringt nichts 5 Personen auf dem Bild zu haben. Das Foto wirkt unruhig und der Betrachter weiß überhaupt nicht was nun relevant ist. Augen offen halten und Zeit lassen… wie ein Naturfotograf der auf einen passenden Augenblick wartet. Spätestens wenn ihr einen Zehn Euroschein hinlegt, wird jemand kommen. Zudem ist es ratsam alleine umher zu streifen oder mit einer Person, die auch gerne mal wartet.

Aber zurück zur Kamera. Viele rennen mit einer kompakten Systemkamera herum. Dabei tut es auch eine Kompaktkamera mit eingebautem Objektiv. Möglichst aber mit Klappdisplay, da aus der Hüfte geschossene Fotos eine andere Wirkung haben, als Standard durch den Sucher zu blicken und auf Augenhöhe zu bleiben. Eine andere Perspektive bewirkt Wunder. Wer es sich zutraut, sollte es bei bestimmten Brennweiten belassen. Ein Motiv welches per Zoom mit einem 150 mm Objektiv fotografiert wird, erreicht nicht den gewissen Kick, als wenn es von nahem mit etwa 50 mm fotografiert wird. Ihr dürft auch den Crop-Faktor nicht vergessen. Dadurch verlängert sich zudem die Brennweite. Nachteil aber… ihr müsst näher an das Motiv. Und spätestens wenn das Motiv in Faustreichweite ist, geht ihr ein gewisses Risiko ein.

Mit einem gewissen Risiko müsst ihr an die Sache rangehen. Und das Thema Rechte soll hier erst gar nicht aufgegriffen werden, denn darüber streiten sich die Geister – wann es veröffentlicht werden darf/sollte/kann. Einige Fotografen tun es einfach und leben mit dem Risiko. Wenn ihr weniger auf Risiko steht, so gebt dem Motiv/der Person ein Hinweis oder geht auf sie zu und sprecht sie an. Wie ihr letztendlich vorgeht… ob ihr die Flucht ergreift oder euch in die Höhle des Löwen begebt, ist euch überlassen. Es kostet definitiv Überwindung. Oder aber, um auf der sicheren Seite zu sein, ihr fotografiert möglichst ohne Gesichter. Etwa Personen von hinten, Ausschnitte, absichtlich unscharf oder als Silhouette. Auch Schatten oder weit entfernte Personen können wirken. Es gibt haufenweise Möglichkeiten, aber falsch ist es mit Angst an die Sache heranzugehen.

Das schöne an den heutigen Kameras… es lassen sich Tausend Fotos machen und kostet keine Entwicklung. Wenn die Möglichkeit besteht eure Kamera leise auslösen zu lassen, oder das piepsen des Autofokus auf leise zu stellen… tut es. Alles um möglichst wenig aufzufallen. Verzichtet außerdem auf zu viele Einstellungen. Deaktiviert den Blitz und bevorzugt die Programmautomatik oder Blendenpriorität. Überlasst der Kamera möglichst viel und wenn sie auch die ISO auf 3600 hochschraubt – völlig egal. Im seltensten Fall habt ihr genügend Zeit um sämtliche Knöpfchen und Rädchen an der Kamera durchzugehen. Und wenn ihr euch einige gute Streetfotografen anschaut werdet ihr feststellen, auch mit einer teuren Kamera und erfahrenem Wissen lassen sich unscharfe Fotos aufnehmen. Hauptsache das Motiv stimmt.

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