Olympus Stylus 1 Erfahrungsbericht – was steckt hinter der Kompakten?

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Olympus Stylus 1 – nahe an einer Systemkamera oder auch nur eine bessere Kompakte?
Ein Erfahrungsbericht

… über die Stylus 1 – der neuen kompakten Bridge-Kamera aus dem Hause Olympus. Und anders als viele Zoom-Monster hat sie den Namen „Bridge“ wirklich verdient, denn sie bringt wirklich alles mit, was eine Systemkamera auszeichnet – mit Ausnahme des wechselbaren Objektivs.

Für ein paar Tage mit der Stylus 1 zu fotografieren war aber auch deshalb interessant, weil ich selber seit einigen Monaten eine Olympus XZ-2 besitze, die zu meiner ständigen Begleiterin auf Ausflügen (insbes. mit dem Rad und Motorrad) geworden ist. Mit der XZ-2 bin ich sehr zufrieden, aber für eine perfekte Immer-dabei-Kamera fehlt mir eigentlich doch oft etwas mehr Brennweite und ein guter Sucher. Und genau das alles bringt die Stylus 1 mit. Sie hat den gleichen großen 1/1.7″-Sensor wie die XZ-2 (und andere Edelkompakte), aber einen weiteren Brennweitenbereich und einen sehr guten elektronischen Sucher mit hoher Auflösung. Das Tüpfelchen auf dem i ist die Wi-Fi-Funktionalität, die per Smartphone-App die Fernsteuerung der Kamera erlaubt.
Vielen Dank an Olympus für die Möglichkeit, die Stylus 1 auszuprobieren.

Zuvor noch einige technische Daten. Zwar machen ein paar Zahlen noch lange keine guten Fotos, doch sind sie oftmals ein guter Ansatz für die Suche nach der passenden Kamera.

Bildsensor: 1/1.7″ BSI-CMOS-Sensor mit 12 Megapixel
Auflösung: 3968 x 2976 Pixel
Brennweite: 28-300mm
Blende: f2,8 – auch bei 300mm Brennweite
Sucher: Elektronischer Sucher
Videoaufnahme: Full-HD (1920x1080p) bei 30 Bildern pro Sekunde
Gewicht: 402g inkl. Akku & Karte
Preis: ca. 600 euro

Mehr Infos zur Technik gibt es unter folgender Adresse:
http://www.olympus.de/site/de/c/cameras/digital_cameras/stylus/stylus_1/index.html

Wer es genau wissen will, kann auch das Handbuch herunterladen:
http://www.olympus.de/site/rmt/media/consumer/pim/_manuals_aw2013_/STYLUS1_MANUAL_DE.pdf

Meine Interessenlage ist einfach zu beschreiben: eine Kamera mit den guten Eigenschaften der XZ-2, nicht viel größer, aber bitte mehr Brennweite am langen Ende und Fernbedienung per Smartphone mittels W-Lan.

Die guten Eigenschaften der XZ-2 sind für mich:

1. erstklassige Bildqualität
2. schneller Autofokus
3. Klappdisplay
4. Blitzschuh für Systemblitz
5. kompakt genug für die Jacken- oder Gürteltasche

Punkte 1 und 2 muss ich wohl nicht weiter erklären. Punkt 3: ich mache gerne Nah- und Makroaufnahmen und dabei ist ein Klappdisplay sehr hilfreich. Punkt 4: auch fast selbsterklärend, vor allen Dingen wenn man auch indirekt blitzen will.

Kommen wir jetzt zur Stylus 1 und ich zäume mal das Pferd von hinten auf: wie groß ist die Kamera eigentlich?

Bilder sagen mehr als tausend Worte:

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deshalb nur so viel: ich müsste für die Stylus 1 keine neuen Jacken und auch keine neue Gürteltasche kaufen. Das eigentliche Gehäuse ist kaum größer als das der XZ-2; der Sucher ist er wesentliche Unterschied.

Apropos Sucher: eine Wohltat für einen „alten“ Hobbyfotografen, der das Fotografieren noch mit analogen Kleinbild-Spiegelreflexkameras gelernt hat (und auch noch einige Exemplare im Fotoschrank stehen hat). Eigentlich noch besser, weil ja alle wichtigen Informationen ins Bild eingeblendet bekommt. Ich bin übrigens Brillenträger (Gleitsichtbrille) und hatte keine Probleme mit der Handhabung. Der einzige Nachteil im Vergleich zum optischen Sucher einer DSLR: beim schnellen Schwenken läuft das Bild etwas nach.

Die Bildqualität der Stylus 1 kann sich sehen lassen; die ist mit den Ergebnissen der XZ-2 vergleichbar. Für alle, die es noch nicht wissen: der Sensor dieser beiden Kameras hat das Format 1/1.7“. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, möge einen Blick auf diese Grafik werfen:

Sensor_sizes

Die meisten Kompaktkameras haben den kleineren 1/2.3“-Sensor und wenn darauf auch noch 14 oder gar 16 MP gequetscht werden, sind Bilder ohne aquarellierende Rauschunterdrückungs-Artefakte nicht möglich.

Bei der Stylus 1 kann man auch noch Bildausschnitte vorzeigen wie z.B.

   

Der Brennweitenbereich der Stylus 1 geht von 28 mm bis 300 mm (Kleinbildäquivalent). Angesichts des Wettrennens unter den Superzoom-Kameras sind das zwar keine Werte, die den Blutdruck hochschnellen lassen, aber das wäre auch kein sinnvoller Vergleich, weil die Superzoom-Boliden mit dem kleinen 1/2.3““-Sensor auskommen müssen. Abgesehen davon erfordert ein großer Zoomfaktor größere Kompromisse bei der Konstruktion des Objektivs. Hier ist nicht der Platz, über die Schwächen dieser Superzoom-Kameras zu sprechen – deshalb nur so viel: auch bei der 300 mm-Einstellung zeigt das Objektiv der Stylus 1 keine Schwächen.

Jetzt zu einem ganz spannenden Kapitel – Kamera und W-Lan. Dabei geht es mir nicht darum, die Fotos aufs Smartphone zu schaufeln oder ohne Umweg über den PC zu versenden, sondern speziell um die Fernbedienbarkeit der Kamera. Ich stelle mir dabei vor, die Kamera z.B. ganz in der Nähe einer Futterstelle für Vögel (im Winter) aufzustellen, um dann im Haus oder aus sicherer Entfernung auszulösen. Und genau das geht mit der Stylus 1 in Zusammenarbeit mit meinem Smartphone (Samsung S3) bestens. Das Sucher- bzw. Displaybild bild wird aufs Smartphone übertragen und mit einem Fingertipp wir ausgelöst. Dabei kann man sogar den Fokusbereich auswählen.

Bleibt die Frage, was mich davon abhält, meine XZ-2 in Rente zu schicken und durch eine Sylus 1 zu ersetzen?

Eigentlich nur mein Bankkonto. Oder anders ausgedrückt: der Anschaffungswiderstand (in Euro ausgedrückt) ist mit derzeit noch knapp 600 Euro ziemlich hoch. Bekommt man dafür nicht schon eine Systemkamera wie die Olympus E-PL5 mit zwei Objektiven? OK, das ist eigentlich eine andere Baustelle. Bleibt die Hoffnung, dass der Straßenpreis der Stylus 1 irgendwann mal in Bewegung kommt. Bis dahin bleibt die XZ-2 meine Begleiterin bei meinen Radttouren.

Hier noch ein paar Fotos welche mit der Stylus 1 aufgenommen wurden

        

 

 

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